Wie lange dauert es von A1 bis B1?
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf dich an. Aber es gibt gute Richtwerte. Hier siehst du, wie viele Stunden die meisten Lernenden brauchen, was dich schneller oder langsamer macht und wie ein realistischer Plan neben Arbeit und Familie aussieht.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Goethe-Institut nennt als Richtwert für B1 insgesamt etwa 260 bis 490 Stunden Lernzeit, gezählt ab null.
- Für A1 rechnet es mit etwa 60 bis 150 Stunden, für A2 mit etwa 150 bis 260 Stunden insgesamt.
- Der Sprachteil des Integrationskurses hat in der Regel 600 Unterrichtseinheiten (je 45 Minuten) mit dem Ziel B1.
- Wer jede Woche regelmäßig lernt, kommt in der Praxis schneller voran als jemand, der viel auf einmal und dann wochenlang nichts macht.
Richtwerte pro Niveau
Die folgenden Zahlen stammen aus den Informationen des Goethe-Instituts. Sie zeigen, wie viel Lernzeit du ungefähr insgesamt brauchst, um ein Niveau zu erreichen. Gemeint ist echte Lernzeit, also Unterricht und eigenes Üben zusammen.
| Niveau | Stunden insgesamt (ca.) | Unterrichtseinheiten à 45 Min. (ca.) |
|---|---|---|
| A1 | 60 bis 150 | 80 bis 200 |
| A2 | 150 bis 260 | 200 bis 350 |
| B1 | 260 bis 490 | 350 bis 650 |
Richtwert, keine Garantie. Die Spanne ist groß, weil Menschen verschieden lernen. Wer schon andere Sprachen gelernt hat, viel Kontakt zu Deutschsprachigen hat oder täglich übt, landet eher am unteren Ende.
Zum Vergleich: der Integrationskurs
Der allgemeine Integrationskurs ist auf das Ziel B1 ausgelegt. Sein Sprachkurs umfasst in der Regel 600 Unterrichtseinheiten, dazu kommt ein Orientierungskurs mit 100 Unterrichtseinheiten über Recht, Geschichte und Kultur in Deutschland. Diese 600 Einheiten entsprechen 450 Zeitstunden im Kurs. Hausaufgaben und eigenes Lernen kommen noch dazu.
Viele schaffen B1 in dieser Zeit, andere brauchen länger. Das ist normal. Wichtig ist: Ein Gruppenkurs mit 15 oder 20 Personen gibt dir pro Stunde nur wenige Minuten zum Sprechen. Genau deshalb kombinieren viele den Kurs mit Einzelunterricht, um gezielt an ihren eigenen Lücken zu arbeiten.
Was dich schneller oder langsamer macht
Das hilft dir
- Regelmäßigkeit: Fünfmal 20 Minuten pro Woche bringen mehr als einmal zwei Stunden am Sonntag.
- Sprechen von Anfang an: Wer früh laut spricht, auch mit Fehlern, wird schneller sicher.
- Erklärungen, die du verstehst: Eine Regel, die dir jemand auf Arabisch erklärt, musst du nicht dreimal nachlesen.
- Deutsch im Alltag: Einkaufen, Elternabend, Arzttermin: Jede echte Situation ist Training.
- Erfahrung mit Sprachen: Wer schon Französisch oder Englisch gelernt hat, erkennt viele Wörter wieder.
Das bremst dich
- Lange Pausen, in denen du gar kein Deutsch hörst oder sprichst
- Nur Vokabeln lernen, ohne Sätze zu bilden
- Grammatik nur auswendig lernen, ohne sie zu verstehen
- Angst vor Fehlern und deshalb nicht sprechen
Was A1, A2 und B1 im Alltag bedeuten
Stunden sind nur eine Zahl. Wichtiger ist, was du am Ende kannst. Die Niveaus kommen aus dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER):
- A1: Du kannst dich vorstellen, einfache Fragen stellen und beantworten, Zahlen, Uhrzeiten und Preise verstehen. Ein Formular mit Name und Adresse ausfüllen klappt.
- A2: Du kommst in vertrauten Situationen zurecht: beim Arzt einen Termin machen, im Geschäft nachfragen, kurz über deine Arbeit und Familie sprechen, einfache Briefe verstehen.
- B1: Du kannst über Erfahrungen und Pläne erzählen, deine Meinung kurz begründen, die meisten Alltagsgespräche führen und einen Brief an eine Behörde oder den Vermieter schreiben. Das ist das Niveau, das du für die Einbürgerung und in der Regel für die Niederlassungserlaubnis brauchst.
Der Schritt von A2 zu B1 fühlt sich für viele am längsten an. Du lernst jetzt Nebensätze, die Vergangenheit im Erzählen und das Begründen. Das ist mehr Grammatik auf einmal, und genau hier hilft eine Erklärung in deiner Muttersprache besonders.
Warum viele bei A2 hängen bleiben
Im Unterricht sehe ich oft das gleiche Muster: Jemand versteht schon viel, kann im Alltag einkaufen und Termine machen, aber kommt seit Monaten nicht weiter. Die Gründe sind fast immer dieselben:
- Man spricht nur das, was man schon kann. Im Alltag reichen einfache Sätze. Neue Strukturen benutzt man nur, wenn man sie gezielt übt.
- Fehler werden nicht mehr korrigiert. Freunde und Kollegen verstehen dich trotzdem und sagen nichts. So werden Fehler zur Gewohnheit, zum Beispiel das Verb an der falschen Stelle.
- Schreiben fehlt komplett. Viele schreiben nie einen ganzen Text. Für B1-Prüfungen ist das aber Pflicht, beim DTZ seit November 2026 sogar ohne Ausgleich (mehr dazu im Artikel DTZ ab 1. November 2026).
Der Ausweg: gezielt neue Satzmuster üben, regelmäßig korrigiert werden und jede Woche etwas schreiben.
Wie Einzelunterricht die Zeit verkürzen kann
Im Einzelunterricht sprichst du fast die ganze Stunde selbst. In einem großen Gruppenkurs sind es oft nur ein paar Minuten. Dazu kommt: Ich sehe sofort, welche Fehler du immer wieder machst, und wir üben genau diese, statt Kapitel für Kapitel im Buch weiterzugehen. Und wenn du eine Regel nicht verstehst, erkläre ich sie dir auf Arabisch oder Darija, statt sie dreimal auf Deutsch zu wiederholen.
Das ersetzt nicht dein eigenes Üben. Aber es sorgt dafür, dass deine Lernzeit an der richtigen Stelle ankommt.
So rechnest du deine eigene Zeit aus
Nimm die Stunden aus der Tabelle und teile sie durch deine Lernzeit pro Woche. Ein Beispiel: Du stehst bei A2 und brauchst bis B1 noch etwa 110 bis 230 Stunden (die Differenz zwischen A2 und B1). Wenn du fünf Stunden pro Woche lernst, sind das etwa 22 bis 46 Wochen.
Wo du gerade stehst, kannst du mit meinem kostenlosen Einstufungstest in etwa 8 Minuten herausfinden.
Drei Wochenpläne für Berufstätige und Eltern
Plan 1: Wenig Zeit, etwa 3 Stunden pro Woche
- 1 Einzelstunde pro Woche (60 Minuten)
- Montag bis Freitag je 20 Minuten: Wortliste wiederholen, einen kurzen Text lesen oder hören
- Am Wochenende 20 Minuten: drei Sätze über deine Woche laut sagen und aufnehmen
Plan 2: Normal, etwa 5 Stunden pro Woche
- 2 Einzelstunden pro Woche
- Täglich 25 Minuten: Vokabeln, Hören, Aufgaben aus dem Unterricht
- Einmal pro Woche einen kurzen Text oder eine E-Mail schreiben
Plan 3: Prüfung in Sicht, etwa 8 Stunden pro Woche
- 2 bis 3 Einzelstunden pro Woche mit Prüfungstraining
- Täglich 40 Minuten: Prüfungsaufgaben Hören und Lesen, Redemittel fürs Sprechen
- Jede Woche einen Prüfungsbrief schreiben und korrigieren lassen
- Alle zwei bis drei Wochen eine Probeprüfung
Mehr Ideen für deinen Alltag findest du im Artikel Lernplan: Deutsch lernen neben Arbeit und Familie. Was die Pakete kosten, steht auf der Seite Preise & Plätze.
Häufige Fragen
Kann ich B1 in drei Monaten schaffen?
Von null in drei Monaten ist nur mit sehr viel Zeit pro Woche realistisch, zum Beispiel mit einem Intensivkurs. Wenn du schon bei A2 bist und täglich lernst, kann es in einigen Monaten klappen.
Zählen die Stunden im Integrationskurs mit?
Ja. Alles, was du lernst, zählt. Einzelunterricht neben dem Kurs hilft dir, gezielt deine Lücken zu schließen, vor allem beim Sprechen und Schreiben.
Wie oft sollte ich Einzelunterricht nehmen?
Für die meisten Berufstätigen passen ein bis zwei Stunden pro Woche, plus tägliches kurzes Üben. Vor einer Prüfung lohnen sich zwei bis drei Stunden pro Woche.
Quellen: Goethe-Institut London, FAQ zu Deutschkursen (Richtwerte Stunden pro Niveau); Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Glossar „Integrationskurs“ (600 Unterrichtseinheiten Sprachkurs, 100 Unterrichtseinheiten Orientierungskurs). Stand: November 2026.
Du willst wissen, wie lange du bis B1 brauchst?
Im kostenlosen Kennenlerngespräch schätze ich dein Niveau ein und mache dir einen realistischen Plan, passend zu deiner Arbeit und Familie.